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Heute für morgen: Jugendzukunftswerkstätten im Landkreis Roth - Abschlussbericht


Am 16.11.2018 ist die letzte Jugendzukunftswerkstatt im Rahmen des landkreisweiten Beteiligungsprojekts „Heute für morgen: Jugendzukunftswerkstätten in Gemeinden im Landkreis Roth 2017/2018“ in Allersberg über die Bühne gegangen. In einem Zeitraum von 1,5 Jahren setzten sich rund 300 Jugendliche in insgesamt 14 Landkreisgemeinden damit auseinander, wie sie sich ihren jugendfreundlichen Wohnort vorstellen. Nach Hilpoltstein, Roth, Spalt, Röttenbach, Schwanstetten, Thalmässing, Heideck und Georgengmünd baten im Jahr 2018 dann Abenberg, Greding, Rohr, Kammerstein, Rednitzhembach und Allersberg ihre Jungbürger*innen zur Jugendzukunftswerkstatt.

So verschieden die einzelnen Landkreisgemeinden auch sind, ihre Größe, Lage und Jugendarbeitsstruktur betreffend, eines ist doch in allen gleich: Jugendliche haben konkrete Vorstellungen, wie sie sich einen jugendfreundlichen Ort wünschen. Sie wollen in ihrer Gemeinde mitreden und sind auch bereit, selber mitanzupacken. Die Altersspanne, die von Gemeinde zu Gemeinde variierte, reichte von 11 bis 18 Jahren. Gemeinsam erarbeiteten die jungen Leute einen Tag lang in sechs verschiedenen Arbeitsgruppen viele Ideen: die Themen Freizeitgestaltung, Mobilität, Mitbestimmung vor Ort, Schule, Zukunft/Beruf und auch Inklusion standen auf dem Programm der eintägigen Jugendzukunftswerkstätten.

 

Ideen spinnen und gemeinsam auf den Weg bringen

Die coolsten Ideen, drängendsten Wünsche oder auch die größten Kritikpunkte haben die Teilnehmer*innen am Ende des Tages gemeinsam auf der Bühne vor Verantwortlichen aus dem Stadt- oder Gemeinderat und anderen interessierten Erwachsenen gezeigt. Eine Diskussionsrunde mit anwesenden Verantwortlichen und Interessierten aus dem Gemeinderat oder der Verwaltung schloss sich an. Zum Ende des Tages wurde dann gleich ein verbindlicher Termin zum Nachtreffen und Weiterarbeiten vereinbart.

Bei den nun folgenden Nachtreffen galt es zu klären, welches jugendliche Anliegen weiterverfolgt wird. Findet sich ein*e Projektpat*in, um die Ideen zu unterstützen und mit lokalpolitischem Knowhow oder Verwaltungsfachwissen zur Seite zu stehen? Das alles wurde bei den Nachtreffen geklärt, die etwa zwei Wochen nach den Jugendzukunftswerkstätten stattfanden.

 

Räume für Jugendliche und gemeinsame Freizeitgestaltung

Und so haben die Jugendzukunftswerkstätten in einzelnen Gemeinden unterschiedliche Projekte angestoßen: in Hilpoltstein entstand bspw.-. ein Videoclip zur Bewerbung des Anrufsammeltaxis, in Thalmässing wurde mit tatkräftiger Unterstützung der Jugend das Häuschen am Bolzplatz renoviert und die Öffnungszeiten des Jugendtreffs erweitert. Die Heidecker Jugend machte sich für mehr Jugendveranstaltungen und Räume für Jugendliche stark. In Georgensgmünd wurden Projekte zur Ortsverschönerung und Jugendbeteiligung angepackt.

Räume und Freizeitgestaltung sind überhaupt die Dauerbrenner: auch in Abenberg und Greding stand die Suche nach einem Jugendtreff und Skateplatz ganz oben auf der Agenda. Die Jugendlichen in Rohr haben sich außerdem für einen Dorfstrand im Regelsbacher Pfarrgarten eingesetzt, in Kammerstein konnte der Wunsch nach WLAN ums Rathaus herum schon erfüllt werden. In Rednitzhembach wurde der Wunsch nach besserer Information für Jugendliche auch über das Bürgerblatt laut, sowie der Wunsch mehr Aktionen im Jugendtreff. Die Ergebnisse aus Allersberg lagen zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses leider noch nicht vor.

Mitteinander ins Gespräch kommen bei der Jugendzukunftswerkstatt Rednitzhembach

Europäische Fördergelder für Jugendprojekte

Der Verein ErLebenswelt hat ein Budget von etwa 1000 € pro Gemeinde, die eine Jugendzukunftswerkstatt durchführt, zur Verfügung gestellt, um eine zeitnahe Umsetzung kleinerer Projektideen von und mit Jugendlichen gewährleisten zu können. Jugendliche können hier niederschwellig einen Förderantrag für erste, kleine Ideen und Aktionen stellen. Aber auch für Großprojekte ist im LEADER-Budget Geld eingeplant. Na, dann! Los geht’s! 

Die Herausforderung bei Jugendbeteiligung ist, sowohl an den Projekten als auch an den Jugendlichen „dranzubleiben“. Jugendbeteiligung heißt nicht nur, Jugendliche ernst zu nehmen, sie heranzuführen an manchmal langwierige politische Prozesse, sondern auch, sich auf ihre Art, die Welt zu sehen, einzulassen und sich auf ihre Erlebensspanne einstellen zu können. Für Jugendliche ticken die Uhren nämlich anders, und allzu lange darf es nicht dauern, bis eine Idee umgesetzt oder zumindest angepackt wird.

 

Jugendfreundlichkeit bedeutet lebenswerte Orte für alle! 

Das Projekt“ Heute für morgen: Jugendbeteiligung in Gemeinden im Landkreis Roth“ ist für die Kommunale Jugendarbeit eine aktionsorientierte Methode gewesen, um von der jugendlichen Zielgruppe direkt zu erfahren, was für sie in ihrer Lebenswelt vor Ort wichtig ist. In der Beratung und Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Landkreis sind diese Ergebnisse gute Grundlagen, um die Jugendarbeit vor Ort gemeinsam weiterzuentwickeln.

Ernstgemeinte Partizipation kann junge Menschen für die Mitgestaltung des Gemeinwesens gewinnen. Strukturell verankerte Jugendbeteiligung schafft Verbundenheit mit der Heimat und ist die Basis lebenswerter Orte für alle. Denn die Themen Mobilität, Freizeitgestaltung und ein gutes Miteinander beschäftigen alle Altersgruppen!

Dorfstrand im Pfarrgarten in Rohr-Regelsbach: ein Projekt der Jugendzukunftswerkstatt für Jung und Alt, für Mensch und Tier

Projektwebseite: http://heutefuermorgen.kjr-roth.de/

 

Ausblick

Die Beteiligung von Jugendlichen, die Weiterentwicklung zu jugendfreundlichen Gemeinden und die Vernetzung der Jugendarbeit sind auch weiterhin zentrale Themen der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Roth. Bei Fragen oder Anregungen bitte im Kreisjugendring Roth melden. 

 

 



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